Gynäkologisches Krebszentrum Donauwörth

Liebe Patientinnen!

Eine Krebserkrankung der Geschlechtsorgane bedeutet für jede Frau eine erhebliche Veränderung ihrer Lebenssituation, die sowohl körperliche Aspekte durch die Operation als auch seelische, soziale und ökonomische Gesichtspunkte betrifft. Deshalb konzentriert sich das Gynäkologische Krebszentrum Donauwörth immer auf den Menschen in seiner Gesamtheit und nicht nur auf die Krankheit selbst.

Unser Ziel ist es, durch eine enge fachübergreifende Zusammenarbeit einen für Sie persönlich optimalen Behandlungsweg zu erarbeiten. In gemeinsamen Fallbesprechungen vor und nach der Operation legt unser Ärzte- und Spezialistenteam die diagnostischen und therapeutischen Schritte nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien für Sie fest.

Zu einer ganzheitlichen Behandlung zählt für uns aber auch die Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern wie Krankengymnasten, Psychologen und Sozialarbeitern.
Wir möchten mit unserem Internetauftritt viele Ihrer Fragen zum Thema Krebs beantworten, damit Sie besser abschätzen können, was auf Sie zukommt. Selbstverständlich lässt sich mit gedruckten Informationen niemals ein persönliches Gespräch ersetzen! Im Gegenteil: Aus den dargestellten Themen können sich weitere wichtige Fragen und Anliegen ergeben, die wir gerne mit Ihnen diskutieren. Sprechen Sie uns an!

Ihr
Dr. Bart Van de Pas
und das Team des gynäkologischen Krebszentrums Donauwörth

Ihre Ärzte

Chefarzt der Frauenklinik
Frauenarzt, Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie, Kolposkopiediplom

Kontakt und Sprechzeiten

Gynäkologisches Krebszentrum Donauwörth
Telefon0906 782-10301
Telefax0906 782-10398
E-Mailfrauenklinik@donkliniken.de
SprechzeitenWir sind täglich telefonisch von 7:30 – 16:00 für Sie erreichbar.
Sprechstunde zur Vorbereitung ambulanter Operationen: Dienstag und Donnerstag von 9 bis 11 Uhr

Termine für niedergelassene Kollegen und Kooperationspartner

Tumorkonferenz mittwochs 13:45 Uhr (Sofern Sie nicht regelmäßiger Teilnehmer der Tumorkonferenz sind, erkundigen Sie sich bitte im Vorfeld in unserem Sekretariat, ob der Termin planmäßig stattfindet.)

Leistungen

Diagnostische Verfahren

  • Gewebeproben
  • Ausschabungen
  • diagnostische Bauchspiegelungen
  • Blasen- oder Enddarmspiegelungen
  • bildgebende Diagnostik wie Kernspin- oder Computertomographie

Sobald uns alle Befunde vorliegen, erhalten unsere Patientinnen eine ausführliche Beratung über das weitere Vorgehen.

Operative Behandlung einer gynäkologischen Krebserkrankung

Ausgedehnte Operationen mit großflächiger Entfernung des Bauchfells (Deperitonisierungen), Darmteilentfernung, Teilentfernung des Zwerchfells, Lymphknotenentfernung im Becken und an den großen Gefäßen.

Wertheimoperationen bis hin zu einer Exenteration. Eingriffe im Bereich der Gebärmutter und der Lymphknoten ist in bestimmten Fällen minimalinvasiv (endoskopisch) möglich.

Entfernung des Tumors einschließlich Deckung großflächiger Defekte durch Haut- oder Muskellappen. Je nach Tumorstadium Entnahme von Wächterlymphknoten in der Leiste oder komplette Lymphknotenentfernung.
Die operative Therapie erfolgt individuell abhängig von der Ausdehnung des Tumors und dem Wunsch der Patientin.

Weitere Angebote im Verlauf des stationären Aufenthaltes

  • Krankengymnastik
  • psychologische Betreuung
  • Informationen über Sozialleistungen
  • Interdisziplinäre Festlegung des weiteren Procederes
  • ausführliches Gespräch über die Therapieempfehlungen (Chemotherapie, erneute Operation, Bestrahlung) vor Entlassung

Untersuchungen

Diagnosen durch Untersuchungen sichern

Welche Gewebeveränderungen genau vorliegen, wo ein Tumor sitzt, wie groß er ist und ob er sich bereits auf andere Organe oder Gewebestrukturen ausgebreitet hat, muss vor Beginn der eigentlichen Therapie genau abgeklärt werden. Nur so kann die wirkungsvollste, aber auch für die Patientin schonendste Behandlung geplant und durchgeführt werden.

Wir erklären Ihnen gern, welche Untersuchungen notwendig sind, um die Diagnose zu sichern und welche Behandlungsmöglichkeiten für Sie persönlich sinnvoll sind. Die gängigsten Untersuchungsverfahren und ihre Bedeutung stellen wir Ihnen im Folgenden kurz vor.

Beim Zellabstrich wird vom Arzt etwas Zellmaterial zunächst mit einem Spatel vom Muttermund und anschließend mit einer kleinen Bürste aus dem Gebärmutterhalskanal entnommen. Die gewonnenen Zellen werden in einem Labor von einem Spezialisten für Zell- und Gewebeuntersuchungen, einem
Pathologen, untersucht. Dabei wird beurteilt, ob die Zellen verändert sind und wenn ja, wie sehr sie sich von gesundem Gewebe unterscheiden. Weisen die untersuchten Zellen verdächtige Veränderungen auf, erfolgen je nach Grad der Veränderungen in bestimmten Abständen Kontrolluntersuchungen oder es wird eine weiterführende Diagnostik notwendig.
Die Kolposkopie ist ein Untersuchungsverfahren, bei dem der Gebärmutterhals nach Betupfen mit Essig- und Jodlösung durch ein Mikroskop betrachtet wird. Dabei können bestimmte Oberflächenveränderungen als gutartig oder verdächtig erkannt werden.
Ein kleines Gewebestück wird mit einem speziellen Instrument aus dem verdächtigen Bezirk entnommen. Dieses Gewebe wird fixiert und mikroskopisch untersucht.

Bei diesem Eingriff wird ein kegelförmiges Gewebestück aus Muttermund und Gebärmutterhals herausgeschnitten, das die verdächtigen Schleimhautbezirke und möglichst einen Rand gesunde Gewebes umfasst. Der Eingriff dauert im Durchschnitt zwischen 20 und 30 Minuten. Er wird in Narkose durchgeführt und kann mit einem Skalpell (Messerkonisation), einer elektrischen Hochfrequenzschlinge (Loop-Exzision) oder mit CO2-Laserstrahlen erfolgen. Bei Krebsvorstufen sowie bei sehr kleinen Karzinomen und Kinderwunsch kann die Konisation als therapeutische Maßnahme eingesetzt werden.

Eine Ausschabung der Gebärmutter dient zur Beurteilung von Zellveränderungen im Gebärmutterkörper und Gebärmutterhalskanal.
Der Eingriff wird in einer kurzen Narkose durchgeführt und dauert ungefähr fünf bis zehn Minuten. Mit einem löffelartigen Instrument wird normalerweise zunächst vom Gebärmutterhals und anschließend von der Gebärmutterhöhle Gewebe entnommen. Das Gewebe wird getrennt auf Veränderungen untersucht.

Mit einer Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) kann die Gebärmutterhöhle genauer betrachtet werden. Dazu wird eine Kamera in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Die Hysteroskopie erfolgt meist im Rahmen einer Ausschabung.

Mit einer Ultraschalluntersuchung über die Scheide (Vaginalsonographie) lassen sich die inneren Genitalorgane gut beurteilen. Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut oder der Eierstöcke müssen jedoch nicht zwangsläufig bösartig sein. Je nach Alter der Patientin, Dauer des Bestehens einer Veränderung und bestimmten sonographischen Kriterien sollte eine weitere Abklärung erfolgen. Andere Organe im Bauchraum wie die Nieren oder die Leber lassen sich besser durch eine Ultraschalluntersuchung über die Bauchdecke (Abdominalsonographie) beurteilen. Dadurch können beispielsweise Tochtergeschwülste in der Leber oder ein Nierenstau durch Druck eines Tumors auf die Harnleiter erkannt werden. Ein großer Vorteil der Sonographie ist die fehlende Strahlenbelastung.

Normale Röntgenaufnahmen werden beispielsweise zur Beurteilung der Lunge und des Herzens im Hinblick auf die Narkosefähigkeit einer Patientin angefertigt. Des Weiteren kann die Lunge auf Tochtergeschwülste eines Karzinoms untersucht werden. Auch eine Abflussbehinderung der Harnwege durch Tumorgewebe kann mit einer Röntgenuntersuchung gut erkannt werden, wenn der Ultraschall kein eindeutiges Ergebnis erbracht hat. Um auf diesen Röntgenaufnahmen Niere und Harnleiter vom umliegenden Gewebe unterscheiden zu können, ist allerdings ein Kontrastmittel notwendig.

Ebenfalls mit Röntgenstrahlen arbeitet die Computertomographie, die u.a. die Beurteilung der Brust- und Bauchorgane ermöglicht. Sie gibt Aufschlüsse über die Größe eines Tumors und die Ausdehnung auf Nachbarorgane. Auch vergrößerte Lymphknoten können gut erkannt werden. Bei der Untersuchung tasten Röntgenstrahlen den Körper kreisförmig ab. Daraus werden viele Schnittbilder errechnet.

Auch bei der Kernspintomographie werden Schnittbilder des Körpers generiert. Dies geschieht jedoch nicht mit Hilfe von Röntgenstrahlen sondern durch ein Magnetfeld und Radiowellen. Die Kernspintomographie eignet sich ebenfalls gut, um die Lage und Ausdehnung des Tumors in Bezug zu den angrenzenden Strukturen darzustellen und zu beurteilen. Ein Vorteil der MRT ist, dass es zu keiner Strahlenbelastung kommt. Für Menschen mit einem Herzschrittmacher oder Metallimplantaten ist diese Methode allerdings nicht geeignet.

Um einen Durchbruch des Tumors in die Blase oder den Enddarm auszuschließen, kann eine Spiegelung dieser Organe notwendig sein. Bei der Blasenspiegelung (Zystoskopie) wird eine spezielle Optik, das Zystoskop, in die Blase eingeführt. Bei der Mastdarmspiegelung (Rektoskopie) wird der etwa 12 bis 15 Zentimeter lange Abschnitt des Enddarms untersucht. Bei beiden Untersuchungen lassen sich Gewebeproben aus verdächtig aussehenden Abschnitten der Blasen- oder Darmschleimhaut entnehmen, um zu beurteilen, ob der Tumor bereits in Blase oder Enddarm eingewachsen ist.

Für die Beurteilung der Tumorausbreitung (Staging), kann es in bestimmten Fällen notwendig werden, eine Bauchspiegelung durchzuführen. Mit Hilfe eines Endoskops ist es möglich über kleine Bauchschnitte in die Bauchhöhle zu sehen und verdächtige Lymphknoten zu entnehmen, die anschließend feingeweblich untersucht und beurteilt werden.

Die Szintigraphie ist ein bildgebendes Verfahren, das mit radioaktiv markierten Substanzen arbeitet. Sogenannte Radionuklide werden in die Blutbahn injiziert und reichern sich – je nach Stoffwechselaktivität – in Geweben an. Mit bestimmten Geräten kann diese Anreicherung, die besonders in Tumoren ausgeprägt ist, sichtbar gemacht werden.

Vor einer Operation werden Routinelaboruntersuchungen durchgeführt, die Aufschluss geben über die Funktionsfähigkeit bestimmter Organe. Dies ist wichtig, um Risiken für eine Operation zu erkennen. Daneben werden in einigen Fällen sogenannte Tumormarker bestimmt. Dies sind Stoffe, die von den Tumorzellen gebildet werden. Gelegentlich können Tumormarker aber auch bei gutartigen oder entzündlichen Veränderungen im Blut erhöht sein. Umgekehrt muss bei einer Krebserkrankung nicht zwangsläufig der Tumormarker erhöht sein. Deshalb kann uns ein Tumormarker lediglich zusätzliche Hinweise auf ein Tumorgeschehen geben, es aber nicht sicher beweisen oder ausschließen.

Behandlungsmöglichkeiten