Am 14. April 2026 war es soweit. Als erste Klinik in Bayern und zweite deutschlandweit wurde im Stiftungskrankenhaus Nördlingen die sanfte Kaisergeburt mit einem eigens dafür angefertigten OP-Tuch durchgeführt. Dieses spezielle OP-Tuch mit Sichtfenster ermöglicht es den werdenden Eltern, den Moment der Geburt ihres Babys mitzuverfolgen. Auf Wunsch können sie auch aktiv daran teilhaben. So ist es für die Eltern möglich, das Baby auch selber herauszuheben oder die Nabelschnur durchzutrennen und bei diesem einzigartigen Moment der Geburt aktiv mitzuwirken. Direkt im Anschluss wird das Neugeborene auf die Brust der Mutter gelegt. Auf diese Weise wird das Bonding in höchstem Maße unterstützt und gefördert.

„Kaiserschnitte werden, im Gegensatz zu normalen Geburten, oft kaum oder nur passiv von den werdenden Eltern wahrgenommen. Wir wollten es unseren Patientinnen ermöglichen auch bei einem Kaiserschnitt, den Moment der Geburt ihres Kindes, aktiv mitzuerleben. Auf diese Weise kommen wir dem Wunsch vieler Eltern, nach mehr Nähe und Beteiligung bei operativen Geburten nach.“ so Chefarzt K. Savvidis.

Laut der Patientin, bei der die erste Kaisergeburt in Nördlingen durchgeführt wurde, war das Erlebnis sehr positiv. Ihre anfänglichen Ängste bezüglich des ganzen Ablaufes und des eventuell dramatischen Anblickes stellten sich letztlich als unbegründet heraus. Sie meinte: „Ich habe das schöne Bild jetzt für immer im Kopf, wie das Kind das Licht der Welt erblickt. Diese Art des Kaiserschnittes fühlt sich wie eine normale Geburt an“. Des Weiteren meinte die junge Mutter: „Durch die neue Erfahrung mit dem Kaiserschnitt unter Sicht hat man keine Erinnerungslücken durch die OP, weil man die ganze Zeit alles sehen kann.“

Der Vater kann ebenfalls nur Positives berichten. „Es war schön und hat einem ein gutes Gefühl gegeben. Die Schere zu nehmen war zuerst etwas schwierig, aber es hat dann doch gut geklappt, die Nabelschnur selbst durchzutrennen. Das OP-Personal hat einem natürlich dabei geholfen. Es war sonst genauso wie bei einer normalen Geburt. Der Kaiserschnitt mit dem Sichttuch ist etwas ganz anderes als ohne dieses Tuch. Man sieht das Kind sofort und beobachtet es die ganze Zeit, sobald es aus dem Bauch raus ist.“

Die im Stiftungskrankenhaus durchgeführte Kaisergeburt ermöglicht ein familienorientiertes Geburtserlebnis und verbindet medizinische Sicherheit mit Nähe und Selbstbestimmung. Die sanfte Kaisergeburt kann dann angeboten werden, wenn die geeigneten medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind. Diese individuelle Eignung wird im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Geburtsplanungen, gemeinsam mit den werdenden Eltern, besprochen. Der anstehende Kaiserschnitt wird dann von einem erfahrenen interdisziplinären Team aus Frauenärzten und Anästhesiologen, Hebammen sowie Pflegefachkräften begleitet.

In den letzten Jahren wurden viele Bemühungen hinsichtlich der Attraktivität und der Sicherheit in der Geburtshilfe am Stiftungskrankenhaus unternommen. Diese spiegeln sich nicht nur in der aktuellen Einführung der sanften Kaisergeburt wieder. Es wurde in apparative und administrative Ausstattung investiert. Seit Jahren finden vor Ort regelmäßig Neugeborenenreanimations-Fortbildungen und Trainings statt, in denen das geburtshilfliche Personal intensiv für Notfälle geschult wird. Auch die umgesetzte Kooperation mit der Kinderklinik des Josefinum in Augsburg trägt in großem Maße zu mehr Sicherheit im Umgang mit kritischen Situationen bei.

Nach der erfolgreichen ersten Durchführung soll, die sanfte Kaisergeburt nun fest in das geburtshilfliche Angebot am Stiftungskrankenhaus integriert werden.

Interessierte Eltern können sich bezüglich der sanften Kaisergeburt, jederzeit melden und im Sekretariat der Frauenklinik im Stiftungskrankenhaus anfragen.